Hosting: was wir ausprobiert haben, was übrig blieb
Bis zur produktiven Architektur lagen ein paar Versuche dazwischen. Drei Lessons, falls du gerade selbst evaluierst.
1. MacBook Pro mit 32 GB Memory ist genial fürs Prototyping, nicht für Volumen. Lokales Setup in Minuten, schnelle Iteration, keine Cloud-Komplexität. Bei Tests mit tausenden Records ist die Grenze schnell erreicht – die GPU ist der Flaschenhals, nicht der Speicher. Für hunderttausend Anfragen pro Monat reicht ein einzelner Mac nicht. Da geht's an dedizierte Hardware.
2. Cloudflare Tunnel ist ein guter Test-Hack, kein produktives Setup. Den Zugriff von aussen ohne Port-Forwarding zu lösen, ist sauber – kein Aufwand mit klassischer Port-Weiterleitung, keine Sicherheitslücken im eigenen Netz. Aber: Cloudflare ist US-Infrastruktur. Bye bye lokal, bye bye Schweiz, hallo USA. Für Testsetups ohne Echtdaten OK, für produktive Pipelines mit sensiblen Daten ein Widerspruch zum eigenen Anspruch. Beim ersten echten Kunden raus.
3. Eigene Server im eigenen Büro: vergiss es. Strom, Kühlung, Redundanz, Netzwerk, physische Sicherheit. Das gehört in ein Rechenzentrum, betreut von Menschen, die genau das den ganzen Tag machen. Schweizer Anbieter wie Nine haben dafür spezialisierte Angebote, On-Premise beim Kunden ist eine Option, wenn die Vorgaben das verlangen.
Was funktioniert für produktive Setups. MacMini-Stacks für mittlere Workloads. Dedizierte GPU-Hosts in Schweizer Rechenzentren für ernsthaftes Volumen. Welche Variante passt, hängt von Datenmenge, Latenzanforderung, Budget und Compliance ab. Eine Universalantwort gibt es nicht, und wer dir eine verkauft, hat einen Verkaufsdruck und kein Architekturproblem gelöst.
Was wir konstant mitbringen. Datenstandort Schweiz, dreifache ISO-Zertifizierung (27001, 9001, 14001) und Erfahrung mit On-Premise- und Hybrid-Setups, die nach drei Jahren noch laufen.